"In Oberursel gibt es noch viele Barrieren".

Nach der gemeinsamen Sitzung des Sozial- und Kulturausschusses sowie des Bau- und Umweltausschusses am 20.02.04 sieht sich die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Engagement für ein barrierefreies Oberursel bestätigt. "Die Aussagen der Vertreter von Behinderteneinrichtungen haben uns gezeigt, dass in Oberursel noch viel getan werden kann und muss", erklärt die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Christina Herr.

Die Ausschüsse trafen sich am Dienstag mit Vertretern der IB Behindertenhilfe Hochtaunus, der Hellen-Keller-Schule und der städtischen Seniorentagesstätte. Anlass war ein Antrag der GRÜNEN, in dem gefordert wird, dass Oberursel ein Konzept zum Abbau von Barrieren für behinderte und ältere Menschen aufstellt. Der Antrag war im Sommer letzten Jahres in den Sozial- und den Bauausschuss zur weiteren Beratung verwiesen worden.

Alle am Dienstag anwesenden Vertreter begrüßten die Initiative des Antrags. Udo Keidel-George (IB Behindertenhilfe) stellte heraus, dass Oberursel zwar das "Zentrum der Behindertenarbeit im Hochtaunuskreis" und bereits sehr offen für die Belange Behinderter sei. Dennoch gebe es noch viele Barrieren, die abgebaut werden müssten, um behinderten Menschen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Die Vertreterin der Hellen-Keller-Schule nannte eine Reihe konkreter Barrieren, die insbesondere die Schüler, die im Rollstuhl sitzen, in ihrem Alltag deutlich behindern. Dies sind beispielsweise zu hohe Bordsteine, zu starke Gefälle bei öffentlichen Wegen oder große Unebenheiten in Bürgersteigen. Für Nichtbehinderte seien dies schlimmstenfalls kleine Unannehmlichkeiten, für behinderte Menschen könnten es aber unüberwindliche Hürden sein.

Die Vertreter der städtischen Seniorentagesstätte betonten, dass auch alte Menschen in der Stadt auf Barrieren stoßen, die ihnen das Leben erschweren. Die Aufzählung dieser Barrieren, die von den Nutzern der Seniorentagesstätte erstellt wurde, beinhaltete unter anderem schlecht lesbare Fahrplanaushänge an Bushaltestellen, Stadtbusfahrer, die beim Anfahren keine Rücksicht auf ältere Fahrgäste nehmen oder fehlende öffentliche Toiletten.

Einig waren sich alle Referenten, dass der Marktplatz alles andere als barrierefrei ist. "Seit dem Umbau des Marktplatzes gehen wir nicht mehr mit unseren Schülern zum Markt", erklärte die Mitarbeiterin der Hellen-Keller-Schule eindeutig, "der Epinay-Platz ist aus unserer Sicht der bessere Marktstandort für mobilitätsbehinderte Menschen."

Anna Weckler (IB Behindertenhilfe) mahnte an, auch die Bedürfnisse von geistig- oder seelisch- bzw. seh- oder hörbehinderten Menschen in die Überlegungen miteinzubeziehen. Dazu gehörten z.B. eindeutige Piktogramme, die das Orientieren in der Stadt erleichtern. Auch klare Durchsagen an Bushaltestellen bzw. in den Bussen bzw. akustische Signale an Ampeln und Fußgängerüberwegen erleichterten diesen Menschen ein selbstbestimmtes Leben.

Udo Keidel-George betonte zum Abschluss, dass eine barrierefreie Stadt eindeutig ein weicher Standortfaktor ist. Das Leitbild "Oberursel als soziale und lebenswerte Stadt" macht Oberursel attraktiv, auch im Vergleich mit umliegenden Städten und Gemeinden. Deshalb müsse dieser Ansatz unbedingt in das derzeit in Arbeit befindliche Stadtmarketingkonzept einbezogen werden.

"Wir sehen uns nach dieser Sitzung in unserer Forderung bestätigt", bewertet Christina Herr den Abend. "Unser Antrag, dass Oberursel eine barrierefreie Stadt werden muss ist berechtigt und kam auch zum richtigen Zeitpunkt", so Herr.
Der grüne Antrag "Barrierefreies Oberursel" beinhaltet nicht nur die Forderung nach kurzfristiger Beseitigung vorhandener Barrieren. Kernpunkt ist die Erstellung eines Konzeptes, das mittel- und langfristig neue Barrieren vermeiden soll. "Barrieren zu vermeiden ist immer sinnvoller und kostengünstiger als sie im Nachhinein teuer zu beseitigen", erläutert Herr. Dies bedeute vor allem, dass ein Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderungen geschaffen und künftig alles städtische Handeln daran überprüft wird. Konkrete Beispiele hierfür seien eine sensiblere Bauleitplanung oder die Schulung städtischer Mitarbeiter in Gebärdensprache.
Um die Umsetzung des Konzeptes zu kontrollieren und eine Lobby für behinderte Menschen in der Stadt zu schaffen, wird von den Grünen die Einrichtung einer Stelle eines städtischen Behindertenbeauftragen gefordert.

Die Beratung über den Antrag der GRÜNEN wird im Frühjahr mit einer nichtöffentlichen Anhörung von anerkannten Experten fortgesetzt. Eine Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung könnte im Sommer erfolgen.

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